Eltern kleiner Kinder im Zwiespalt

Erstellt am : Juni 11, 2012 | 0 Kommentare |

Nicht immer müssen die Eltern für Schäden, die ihre Kinder verursachen, geradestehen. Ein Streit mit den Geschädigten ist vorprogrammiert. Allerdings lässt sich dies vermeiden.

11.6.2012 (verpd) Wenn Kinder unter sieben Jahren einen Schaden verursachen, müssen die Eltern nur dafür haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Anderenfalls bleibt der Geschädigte auf seinen Kosten sitzen. Das liegt daran, dass die Sprösslinge in der Regel erst frühestens mit sieben Jahren schuldfähig sind. In vielen Fällen ist der Ärger mit dem Geschädigten vorprogrammiert, wenn keine Zusatzabsicherung besteht.

In der Regel haften Eltern für ihren Nachwuchs bis zum siebten Geburtstag nur, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Die Kinder selbst müssen ebenfalls nicht für den angerichteten Schaden geradestehen, solange sie noch nicht schuldfähig sind. Aufgrund dieser Gesetzeslage steht den Geschädigten von der Privathaftpflicht-Versicherung der Eltern auch meist kein Schadenersatz zu, obwohl Kinder dort automatisch mitversichert sind.

Deliktunfähigkeit

Nach Paragraf 828 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) können Kinder bis zur Vollendung des siebten Lebensjahres (im Straßenverkehr auch teilweise bis zum zehnten Lebensjahr) für angerichtete Schäden nicht selbst haftbar gemacht werden. Haben die Eltern zudem ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, hat der Geschädigte keinen Anspruch auf einen Schadenersatz durch das Kind oder die Eltern.

Kein Ersatz trotz Schaden

Die Opfer des Übermuts der Kleinen bis zum Alter von sieben Jahren können also nur dann eine Versicherungsleistung erwarten, wenn die Aufsichtsperson ihre Obhutspflicht verletzt hat. Zudem müssen die Eltern ihrer Versicherung gegenüber den Sachverhalt zutreffend schildern und dürfen nicht etwa ihre Schuld an dem Geschehen herunterspielen. In Fällen, in denen nach dem Gesetz der Geschädigte wegen Deliktunfähigkeit des jungen Täters leer ausgeht, fühlen sich viele Eltern dennoch moralisch verpflichtet, den verursachten Schaden zu begleichen. Unabhängig von der juristischen Seite will man Ärger im Freundes- und Bekanntenkreis vermeiden.

Neue Privathaftpflicht-Policen helfen

Genau dieses Problem hat die Versicherungswirtschaft erkannt und hält dafür eine Lösung bereit. In vielen neueren Policen ist nämlich die Haftung für Schäden durch deliktunfähige Kinder enthalten oder kann gegen einen geringen Aufpreis mit eingeschlossen werden. Ob der Versicherungsschutz in dieser Hinsicht auf eine bestimmte Höchstsumme begrenzt ist oder gar nicht enthalten ist, kann in der eigenen Police nachgelesen werden. Wenn eine solche Klausel fehlt, kann sie durch eine Vertragsänderung oder einen Vertragswechsel eingeschlossen werden.

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